Berichte der Wetterstation Bismark

 

 

Das Jahr 2002 war bei unterdurchschnittlicher Sonnenscheindauer zu warm und zu nass. So glich es nicht nur dem Vorjahr, sondern auch den Jahren 1965, 1977 und 1998.

 

Das Jahresmittel der Lufttemperatur betrug 10,3°C und wich damit um 1,4 Kelvin vom langjährigen Mittel ab. Wärmer in den letzten Jahrzehnten war es erst zweimal und zwar 2000 (10,8°C) und 1999 (10,6°C). Zu kalt zeigten sich nur die Monate Oktober und Dezember. Im Jahr 2001 gab es vier Monate, die temperaturmäßig unter dem Durchschnitt lagen. Die größte positive Temperaturabweichung konnten wir im Februar verbuchen. Dieser Monat war 5,3 Kelvin zu warm. Dagegen wies der Dezember eine negative Abweichung von 2,2 Kelvin auf.

 

Die höchste Temperatur des Jahres verzeichneten wir am 9. Juli mit 33,9°C. So hatte nun der Juli mit dem August wieder gleichgezogen. In beiden Monaten wurde bisher je siebzehnmal das Maximum des Jahres festgestellt (2001 war es am 15.Augtust am wärmsten). Der Juni folgte mit 12 Spitzentemperaturen. Die tiefste Temperatur des Jahres wurde im Dezember ermittelt. Am 10. und 13. dieses Monats sank das Quecksilber auf -10,5°C. Das tiefste Jahresmittel registrierten wir 1963 und 1987, beide Jahre waren 1,5 Kelvin zu kalt.

 

Wie sah es nun in den einzelnen meteorologischen Jahreszeiten aus?

Der Winter (Dezember - Februar) war 2,6 Kelvin zu warm. Er nimmt damit den 8. Platz seit 1957 ein. Der Winter im Vorjahr lag "nur" 2,0 Kelvin über dem Durchschnitt. Den wärmsten Winter bisher verbuchten wir 1998 mit einer Abweichung von 3,5 Kelvin, den kältesten 1965, er war 6,5 Kelvin zu kalt, also eine Schwankung von genau 10 Kelvin. Die Niederschlagssumme betrug 145 mm, das sind 126 Prozent vom 40 jährigen Mittel. Die Sonnenscheindauer lag über dem Durchschnitt.

 

Der Frühling (März - Mai) hatte eine positive Abweichung von 1,6 Kelvin und erreichte damit den 4. Platz. Der Frühling im Vorjahr war 0,5 Kelvin zu warm. Den wärmsten Frühling erlebten wir im Jahr 2000, er war 2,4 Kelvin zu warm, den kältesten 30 Jahre vorher, also 1970, mit einer negativen Abweichung von 1,8 Kelvin. Hier nur eine Schwankung von 4,2 Kelvin. Nach dem Winter war auch der Frühling zu nass. Es fielen 140 mm, 114 Prozent. Dazu lag die Sonnenscheindauer unter dem Durchschnitt.

 

Der Sommer (Juni - August) kam mit einer positiven Abweichung von 1,8 Kelvin auf den 3. Platz. Wärmer war es nur 1992 (+2,1 Kelvin) und 1987 (+1,9 Kelvin). Im Vorjahr war der Sommer 1,0 Kelvin zu warm. Den niedrigsten Wert notierten wir 1962. Dieses Jahr blieb 2,4 Kelvin unter dem Mittel. Schwankung also 4,5 Kelvin, etwas mehr als im Frühling. Die Niederschlagssumme betrug 235 mm, das sind 135 Prozent. Die Sonnenscheindauer war unterdurchschnittlich, wenn auch der August recht sonnig verlief.

 

Der Herbst (September - November) blieb knapp über dem langjährigen Mittel, er war nur 0,1 Kelvin zu warm. Im Vorjahr lag er 1,5 Kelvin über dem Mittel. Den wärmsten Herbst brachte uns das Jahr 19999 (+2,2               Kelvin). Der kälteste liegt 30 Jahre zurück. 1972 betrug die negative Abweichung 1,2 Kelvin. Mit nur 3,4 Kelvin weist der Herbst die geringste Schwankung unter den Jahreszeiten auf. Die Niederschlagssumme erreichte 221 mm und damit 186 Prozent. Die Sonnenscheindauer lag dank des sonnigen Septembers über dem langjährigen Mittel. Rückblickend ist also festzustellen, dass alle Jahreszeiten zu warm und zu nass ausfielen.

 

Sommertage traten 48 auf, 9 zu viel, im Vorjahre hatten wir 2 zu wenig. Die meisten aber gab es 1992, da konnten wir 68 verbuchen, während 1962 - 30 Jahre vorher - nur 12 Sommertage festgestellt werden konnten.

 

Heiße Tage konnten 9 ermittelt werden, das ist einer zu wenig. An mehreren Tagen lag das Maximum nur knapp unter der 30-Grad-Marke. Im Vorjahr konnten 13. heiße Tage verbucht werden. Die Spitze nehmen die Jahre 1975 und 1994 mit je 24 heißen Tagen ein. 1962 gab es keinen einzigen.

Frosttage wurden 63 registriert, 22 zu wenig. Das Vorjahr brachte es auf 79 Tage mit Frost, also auch unter dem Mittel. Die wenigsten gab es im Jahre 2000, als es nur an 43 Tagen fror. 1969 mussten dagegen 124 Frosttage verbucht werden.

 

Eistage gab es nur 17, 8 zu wenig, 20 im Vorjahr waren auch zu wenig. Aber 1974 brauchte nur ein einziger Eistag verbucht zu werden. Wie bei den Frosttagen hält auch hier das Jahr 1969 den Rekord. In jenem Jahr blieb das Quecksilber an 54 Tagen unter 0°C.

 

Die Niederschlagssumme betrug 732 mm, das sind 135 Prozent vom 40 jährigen Mittel. Nur 1994 gab es mit 760 mm einen noch höheren Wert. Im Vorjahr fielen 566 mm, 1989 nur 334 mm. An 22 Tagen des Jahres lag die Tagessumme über 10 Millimeter. Am meisten regnete es am 17. Juli (38,7 mm).

Schneefall  trat an 17 Tagen auf, 7 Tage zu wenig. Im Vorjahr schneite es an 35 Tagen, 1969 sogar an 54 Tagen, während 1989 nur an 3 Tagen Schnee beseitigt werden musste.

 

Tage mit Gewitter wurden 15 verzeichnet. Das Jahressoll steht bei 19 Gewittertagen. Diese Anzahl wurde mit 11 auch 2001 nicht erreicht, schon gar nicht 1996, als es nur an 10 Tagen blitzte und donnerte. Dagegen hatten wir 1967 an 36 Tagen Gewitter, 1962, 1968 und 1980 28 mal.

 

Die Sonne schien 50 Stunden zu wenig, im Vorjahr fehlten 70 Stunden. Ganz trostlos war es in dieser Beziehung 1978, als die Sonnenscheindauer ein Minus von 310 Stunden aufwies. Im Jahre 1989 machte sie 270 Überstunden. Nur im Januar und Februar, im August und September und dann im Dezember wurde das Monatsoll übertroffen.

 

Die Winde wehten am häufigsten aus West (20 Prozent) und Nordwest (19,5 Prozent), am seltensten aus Süd (4,5 Prozent). Im Vorjahr stand Nordwestwind (26 Prozent) an der Spitze und ebenfalls der Südwind an letzter Stelle (4,5 Prozent).

 

Der Luftdruck lag 0,6 Hektopascal unter dem Mittel, im Vorjahr war er 1,5 hPa zu tief.

 

Wie verliefen nun die einzelnen Monate?

Warm/trocken: Januar, März, Juni, September (4)

warm/nass: Februar, April, Mai, Juli, August, November (6)

kalt/trocken: Dezember (1)

kalt/nass: Oktober (1)

In den letzten Jahrzehnten gab es 11 Jahre, die wie das Jahr 2002 zu warm und zu nass ausfielen. Darauf folgten Jahre in der Zusammensetzung:

warm/trocken einmal (1)

warm/nass viermal (4)

kalt/trocken viermal (4)

kalt/nass zweimal (2)

 

So ist im Jahr 2003 vieles möglich, ein Jahr, das warm und gleichzeitig trocken ist, wohl kaum.

Ich wünsche meinen Lesern ein gutes neues Jahr!

 

Otto Herrmann  

Wetterstation Bismark

ZurückWeiter