Berichte der Wetterstation Bismark

 

Das Jahr 2005 war bei überdurchschnittlicher Sonnenscheindauer zu warm und zu trocken. Genauso verliefen die Jahre 1971, 1973, 1975 1983, 1989, 2000 und 2003 - warm, trocken, sonnen-scheinreich. Warmes und sonniges Wetter bescherte uns auch das Vorjahr, aber es war viel zu nass.

 

Das Jahresmittel der Lufttemperatur betrug 10,2°C und wich damit um 1,3 Kelvin vom langjährigen Mittel ab. Zusammen mit den Jahren 1994 und 2003 belegt das vergangene Jahr den 4. Platz seit 1957. Wärmer gestalteten sich nur die Jahre 2000 (10,8°C), 1999 (10,6°C) und 2002 (10,3°C). Während 2004 noch 3 Monate zu kalt ausfielen, brauchten wir im vergangenen Jahr nur zwei als zu kalt zu verbuchen: den Februar und den August. Die größte positive Abweichung stellten wir mit 3,7 Kelvin im Januar fest, die größte negative im Februar (0,7K). Das Maximum des Jahres stellte sich erstmals im Mai ein. Am 28. zeigte das Quecksilber 34,5°C an. Bisher wurde die Höchsttemperatur des Jahres im Sommer gemessen. An der Spitze steht der August mit 19 Bestleistungen, es folgt der Juli mit 17. Zwölfmal konnte das Maximum im Juni verbucht werden. 2004 war der 10. August mit einer Temperatur von 30,6°C der heißeste Tag. Das Minimum des Jahres trat am letzten Tag des meteorologischen Winters ein. Am 28. Februar sank die Temperatur auf -10,2°C. 2004 erlebten wir schon am 6. Januar mit -8.9°C den kältesten Tag. Die kältesten Jahre gab es 1963 und 1987 mit je 7,4°C zu registrieren, also anderthalb Grad zu kalt.

 

Wie verliefen nun die einzelnen Jahreszeiten?

Winter (Dezember-Februar) Der Winter wies eine positive Abweichung von 2,0K auf, 2004 „nur“ 1,6°. Am wärmsten in den drei Monaten war es 1998 (3,5K zu warm)., am kältesten 1963 6,5K zu kalt. Die Niederschlagssumme erbrachte einen Wert von 103 mm =89 Prozent (2004 136 mm =114 Prozent). Die Sonnenscheindauer lag leicht über dem Durchschnitt.

 

Frühling (März-Mai) Auch diese Jahreszeit war zu warm, 1,2K über dem Soll. Zu diesem Überschuss trugen alle drei Monate bei. Das Vorjahr hatte eine positive Abweichung von 0,9K aufzuweisen. Den wärmsten Frühling bescherte uns das Jahr 2000, 2,4K zu warm, den kältesten das Jahr 1970, 1,8K zu kalt. An Niederschlag wurden 102 mm gemessen =83 Prozent, im Jahr davor nur 84 mm =69 Prozent. Die Sonne schien 80 Stunden zusätzlich.

 

Sommer (Juni-August) Der Sommer war die kühlste Jahreszeit, aber immer noch 0,6K zu warm. Der Sommer davor war „nur“ 0,5K wärmer als normal. Am kältesten stellten sich die Sommermonate 1962 ein, sie lagen 2,4K unter dem Durchschnitt. 30 Jahre später (1992) dann der wärmste Sommer, genau 2 Kelvin zu warm. Die Niederschlagssumme erreichte einen Wert von 135 mm =75 Prozent. Dagegen hatte das Jahr 2004 280 mm =161 Prozent zu bieten. Im ganzen lag die Sonnenscheindauer über dem Soll, was einzig dem Juni zu verdanken war.

 

Herbst (September-November) Diese Jahreszeit fiel wie der Winter zwei Kelvin zu warm aus und liegt nun gemeinsam mit dem Herbst 2000 an der Spitze. Von den 90 Tagen waren nur 21 zu kalt, davon 8 in der 3. Novemberdekade. Der Herbst 1972 war der bisher kälteste mit einer negativen Abweichung von 1,6K. Der Niederschlag erbrachte eine Menge von 106 mm =86 Prozent (2004 108 mm). Alle drei Monate des Herbstes waren zu trocken. Die Sonne schien 180 Stunden über dem Soll.

 

Rückblickend lässt sich sagen: alle Jahreszeiten waren zu warm, zu trocken und zu sonnig,

Sommertage konnten wir 56 verbuchen, 15 über dem Soll. Damit steht das Jahr an 8. Stelle. Den Rekord hält das Jahr 1992 mit 68 Tagen, gefolgt von 2003 (65). Die wenigsten Sommertage gab es 1962 mit 12 zu verzeichnen, im Vorjahr verbuchten wir 31.

Heiße Tage konnten wir 17 ermitteln, sieben mehr als normal. Nur in 5 Jahren traten mehr auf: 1975 und 1993 je 24, 1995 22, 1982 und 1983 je 20. 1962 erreichte die Temperatur an keinem Tag die 30-Grad-Marke.

 

Frosttage stellten wir 88 fest, was genau dem Durchschnittswert entspricht. 2004 fror es an 73 Tagen. Nur 43 brauchten wir 2000 einzutragen. Ganz vorne steht das Jahr 1969 mit 124 Frosttagen, gefolgt von 1996 (123).

 

Eistage traten nur 10 auf, 15 zu wenig, im Vorjahr 11. An der Spitze steht das Jahr 1963 mit 88 Eistagen (Januar 27, Februar 21, Dezember 20), gefolgt von 1969 (57). 1974 verbuchten wir nur einen einzigen Eistag (Januar).

 

Die Niederschlagssumme betrug 488,2 mm, das sind 91 Prozent und 50 Millimeter weniger als normal. Aber seit 1961 war es schon in 11 Jahren trockener. 2004 fielen 595,3 mm. Das Jahr 1994 brachte mit 760 mm den meisten, das Jahr 2003 mit 357 mm den geringsten Niederschlag. Die größte Tagessumme ermittelten wir am 21. Juli mit 34,0 mm, was aber nur den 30. Platz bedeutet.

 

Schnee fiel an 35 Tagen (Vorjahr 29), das sind 11 Tage über dem Soll. 1989 schneite es an 54 Tagen, 1989 nur an drei Tagen.

Eine Schneedecke gab es an 36 Tagen zu verbuchen, 5 Tage mehr als man erwarten konnte (2004 nur 19). 1970 lag Schnee an 89 Tagen, 1982 nur an einem Tag. Am 1. März erreichte die Schneedecke eine Höhe von 17cm.

 

Gewittertage registrierten wir 16 (8 zu wenig), im Vorjahr 17. 1967 blitzte und donnerte es an 36 Tagen, 1996 nur an 10.

 

Die Sonne erreichte ihr zweitbestes Ergebnis. Es wurde nur vom Jahr 2003 übertroffen. Hatten wir vor 2 Jahren 450 Sonnenstunden Überschuss, so im vergangenen Jahr immerhin 300 Stunden. Als sonnenscheinärmstes mussten wir das Jahr 1978 einstufen, da fehlten 310 Stunden. Das Jahr 2004 hatte einen Überschuss von 37 Stunden.

 

Die Winde wehten zu 23 Prozent aus West, gefolgt von Nordwest (14 %). Diese beiden Himmelsrichtungen lagen auch 2004 ganz vorn. Südwinde gab es am seltensten (6%). lm Vorjahr kamen zu den Südwinden noch die Winde aus Nordost hinzu, was den niedrigsten Wert betrifft. War der Luftdruck 2004 ganz normal, so lag er im vergangenen Jahr 1,8 hPa über der Norm.

 

Wie verliefen nun die einzelnen Monate:

Warm/trocken: März, April, Juni, September, 0ktober, November (6)

Warm/nass:      Januar, Mai, Juli, Dezember (4) Kalt/trocken: August (1)

Kalt/nass:         Februar (1).

Wie 2005          (warm/trocken) stellten sich in der Vergangenheit 11 Jahre ein.

Es folgten:       warm/trocken 4 Jahre

warm/nass 5 Jahre

                        kalt/trocken 2 Jahre

                        kalt/nass kein Jahr

 

Es dürfte das Jahr 2006 wohl kaum kalt und nass ausfallen.

Ich wünsche meinen Lesern ein, gutes Jahr!

 

Otto Herrmann  

Wetterstation Bismark

 

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