Der Januar des Jahres 2019

 

Der Klimawandel schreitet unaufhaltsam... Voran. Gab es im Zeitraum 1961 – 1990 noch 5 kalte, 6 warme und 19 normale Januare, haben sich die Verhältnisse ein wenig (?) geändert: Nur noch 2 kalte, 8 warme und 19 normale Januar-Monate. Klingt nicht viel. Wenn man berücksichtigt, daß das Temperaturmittel für den Januar im Zeitraum 1961 – 1990 einmal – 0,8 °C betragen hat, derweil sind wir bei 0,7 °C für den Januar seit 1991 bis 2019 angekommen... Weiteres Beispiel die Kältesummen: Als Summe der mittleren negativen Tagestemperaturen kam der Januar 1961 bis 1990 auf 75,4 Grad, im Zeitraum 1991 bis 2019 hat es nur noch für 51,5 Grad gereicht.

  Das wenig Positive dieser Entwicklung ist schnell benannt. Die monatlichen mittleren Niederschlags-summen sind in den genannten Zeiträumen von 40,9 Litern/m² auf 50,4 Liter/m² gestiegen. Klingt erst mal erfreulich. Dafür fehlen ca. 10 Liter im April... Vertrackte Kiste.

  Jedenfalls hat der Januar im Raum Wittenberg sich mit großen Überraschungen überraschend zurückgehalten. Gewiß, die Monatsmitteltemperatur lag an die 2 Grad über der Norm. Alldieweil die Standardabweichung der Temperatur im Zeitraum 61 – 90 bei 3,4 Grad liegt, ist der Monat als im Bereich der natürlichen Abweichungen liegend  NORMAL (in Bezug auf die Temperatur) zu bewerten.

Sehr normal die Sonnenscheindauer von rund 50 Stunden, 103 Prozent vom 30-jährigen Mittel.

  Nicht mehr normal die (erfreulich hohe) Zahl an Niederschlagstagen. 18 Tage hätten für das normale Maß gereicht, 20 bis 22 Tage mit meßbarem Niederschlag sind gezählt worden, auch die Summen waren beachtlich. Knapp 63 Liter auf den Quadratmeter sind im Mittel der 22 Beobachter im Landkreis gemessen worden. Die höchste Monatssumme gab es in Stackelitz mit fast 85 Litern, (nur) 50 Liter in Zalmsdorf. Die höchsten Tagessummen sind am 8. bzw.13. Januar gefallen. Da sind in Zahna Nord 14,7 Liter gemessen worden, gefolgt von 14,6 Litern in Wittenberg und 13,5 Litern in Seyda. Im Flächenmittel ergeben sich für den Landkreis 168 Prozent vom langjährigen Mittel. Erfreulich; noch erfreulicher, wenn es denn so weiter ginge...

  Ansonsten ergab sich der Witterungsverlauf des Januar etwas abwechslungsreich. Die ersten 18 Tage mit geringem Auf und Ab der Temperaturen deutlich zu warm mit 4 Grad über dem normalen Witterungsverlauf für einen anständigen Januar, ab dem 19. gehen die Temperaturen endlich mal in winterliche Bereiche, am 23. ist der Tag 6,5 Grad kälter als erlaubt, am 26. wieder zügig nach oben mit den Temperaturen, dennoch sind die letzten 10 Tage 1,3 Grad kälter als im Mittel.

Seitdem: Winter Fehlanzeige. Wenn man von Mittel- und Hochgebirgen absieht...

  Das Fazit: Ein Minus von 0,8 °C hatte der Januar mal aufzuweisen, der des Jahres 2019 brachte es auf 0,7 °C in Jessen bis 1,2 °C in Pretzsch, das ist ein Überschuss von 1,2 bis 2,0 Grad zum langjährigen Mittel. Die höchste Temperatur des Monats nahe Wittenberg am 1. Januar mit 8,1 °C; am 5. wurden in Annaburg, Jessen und Pretzsch Maxima von 7,6 bis 8,6 °C erreicht.

Die kälteste Nacht am 20. bis 23. Januar mit Temperaturen zwischen – 9 in Wittenberg und -11 Grad in Pretzsch. Die Zahl der Tage mit Schneefall (bzw. festem Niederschlag) lag mit gemeldeten maximal 9 Tagen ca. 5 Tage unter den Erwartungen, eine Schneedecke wurde nur für 2 bzw. 3 Tage aus Ateritz und Jüdenberg gemeldet, normal wären 15 Tage gewesen.  Bei der Kältesumme hat es gerade einmal für 31 Grad gereicht. ak 07.02.2019

 

 

 
 

 

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