Das Wetter in Mühlanger und dem Elbtal im März 2019

 

Besonders erfreulich im März: Mal wieder ordentlich Wasser. Von oben. Für ein richtiges Hochwasser hat es nicht gereicht, auch wenn die Pegelstände der Elbe um den 20. März ca. zwei Meter über dem Mittelwasserstand von 2,56 m lagen.

Gleichwohl, 23 Tage mit messbarem Niederschlag in Wittenberg, die im Flächenmittel des Landkreises fast 58 Liter auf den Quadratmeter hinterließen, haben zwar nicht das große, immer noch bestehende Defizit aus dem Vorjahr ausgleichen können, aber die trügerische Hoffnung geweckt, es würde so feucht weitergehen. Trotzdem, 155 Prozent vom Normalwert (39 l/m²) sind nicht zu verachten, auch wenn es an der Zeit wäre, dass nicht nur in der Schweiz, auf Kreta oder im Iran sich die Schleusen öffnen würden.

Viel Wasser wurde in Schmiedeberg, Seyda, Pretzsch, Wittenberg, Eutzsch und Ateritz abgelassen. Zwischen 76 mm (Schmiedeberg) und 63 mm (Pretzsch) sind registriert worden; die Elbaue musste sich mit Mengen zwischen 50 mm (Heinrichswalde) und 65 mm (Eutzsch) begnügen.

Die höchsten Summen des Monats sind beim überwiegenden Teil der Wasserfrösche am 10. März gefallen, Ateritz, Pretzsch und Gräfenhainichen wurde das Vergnügen am 14. zuteil. Die Summen beliefen sich an dem Tage auf 11 mm (Gräfenhainichen) bzw. 16 mm (Eutzsch).

In punkto Temperatur besteht kaum Grund zum Jubel. Drei Grad und mehr beträgt der Temperatur-Überschuss im März 2019. Es war der zwölfte zu warme Monat in Folge in Deutschland; zum dritten Mal in diesem Jahrhundert, im 20. Jahrhundert gab es nie mehr als neun zu warme Monate in Folge.

Also statt 3,7 Grad durchweg mehr als 7 Grad im Monatsmittel. Jessen bleibt beim Überschuss ein wenig hinter den anderen Beobachtern zurück, das Plus betrug nur 2,8 Grad. Liegt vielleicht an der weiter östlichen Lage, also näher an Sibirien dran...

10 Tage mit Bodenfrost sind in Wittenberg aufgeschrieben worden, 14 Tage in Jessen-Ost, was die obige These unterstützen könnte. Ähnlich die Verhältnisse bei den Frosttagen: Nur 2 für Wittenberg, deren 4 in Mühlanger, Jessen 5 Frosttage.

Eistage absolute Fehlanzeige, Kältesumme dito, da hätte es 14,5 Grad geben sollen.

Dass bei 23 Tagen mit Niederschlag „nur“ 81 Prozent oder 94 Stunden an Sonnenschein drin waren, wen wundert es. Die Überschüsse an Sonne im Januar und Februar waren mit 47 Stunden (103 %) bzw. 116 Stunden respektive 166 % erklecklich genug, dass sich über die fehlenden 22 Stunden keiner erregen muss.

Um nochmals auf die Temperaturen im März einzugehen: Die höchsten Zahlen der Luft in zwei Metern Höhe wurden bis auf Jessen (11.3.) am 22. und 23. März erreicht. Um die 18 Grad sind gemessen worden, Details bitte den Monatsdaten des Landkreises entnehmen.

 

Die kühlste Nacht des Monats war die des 20. März. Zwischen minus 2 Grad in Jessen, Annaburg und Mühlanger bis Wittenberg; Pretzsch hatte fast minus 3 Grad. Am Erdboden sind für den 20. an die minus 4 Grad notiert worden.

Gewitter sind von Zalmsdorf, Wittenberg (Gagfah), Annaburg für den 9. März eingetragen worden.

An sechs Tagen wurden feste Bestandteile im Niederschlag festgestellt; Ateritz meldete für den 10. März auch Schneeflecken.

Abwechslungsreich war er, der März. Für den 9. sind deutlich höhere Windgeschwindigkeiten gemessen worden, in Wittenberg-Teuchel 25,5 m/s oder 91,8 km/h. Aus Zalmsdorf liegen Meldungen vor, dass möglicherweise eine Windhose 15 von 38 Gebäuden beschädigt haben könnte, wobei die von einer in der Nähe befindlichen Wetterstation gemessenen Windgeschwindigkeiten mit maximal 17,9 m/s bzw. 64,4 km/h angegeben wurden.

Wetterstation Mühlanger

Achim Kuhn

 

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