Wetterstation Olbernhau im Erzgebirge

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im Mai 2011

 

Wonnemonat beginnt frostig und endet sommerlich. Obwohl schon seit März Frühling ist, können die Meteorologen den Winter meist erst mit Ablauf des Monats Mai so richtig zu den Akten legen. Grund sind im Fachjargon die Frosttage, obwohl damit natürlich Frost in der Nacht gemeint ist, die in die abschließende Winterstatistik einfließen. Diese oft auftretenden Kaltluftvorstöße Mitte Mai sind besser bekannt als die Eisheiligen. Die Chancen für richtigen Frost im Mai stehen in Olbernhau bei etwa 50 Prozent. Von den Bauernregeln werden sie vom 12. bis 14. Mai datiert, woran sich das Wetter natürlich in den wenigsten Fällen hält. In diesem Jahr traten sie etwas früher, dafür verhältnismäßig heftig auf. Von den drei Frostnächten am 2., 4. und 5. Mai war jene am 4. mit minus 3,1 Grad in 2 Meter Höhe und am Erdboden mit knapp minus 5 Grad die kälteste Maitemperatur seit 1980. Bei Tagestemperaturen von nur 3 Grad am 3. Mai waren selbst Schneeregenschauer mit dabei. Mit zunehmendem Hochdruckeinfluss und trockener Luft aus Südost änderte sich dies deutlich. Bis Monatsmitte standen schon fünf Tage mit über 20 Grad zu Buche. Bei zumeist fast wolkenlosem Himmel und strahlendem Sonnenschein setzte sich zunächst die seit Februar währende extreme Trockenheit fort. Ein paar kräftige Regengüsse zur Monatsmitte mit über 29 Liter pro Quadratmeter verteilt auf vier Tage änderten zwar an der Grundsituation nichts wesentliches, halfen vorübergehend aber schon. Auch wenn die Sonne weiterhin die Oberhand behielt, kam es in der schwüler werdenden Luft vom 19. bis 22. Mai zu vier Gewittertagen in Folge mit weiteren lokalen Schauern. Den ersten meteorologischen Sommertag am 26. Mai in der Stadt der sieben Täler mit 25,6 Grad beendete ab 19:20 Uhr ein kräftiges Gewitter mit über 13 Liter Regen pro Quadratmeter in weniger als einer halben Stunde. Bis Monatsende folgten noch weitere ungetrübte Sonnentage und sogar noch zwei Sommertage über 25 Grad. Auf Grund des sehr unterkühlten Monatsstarts kam es letztlich zu keiner großen Abweichung der Monatsmitteltemperatur. Die Sonnenscheindauer jedoch bricht mit über 257 Stunden alle Rekorde.

 

Der Mai 2011 in Olbernhau:

 

Monatsmittel-Temperatur:
12,4°C (0,4 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum:
minus 3,1°C (am 4. Mai)
Temperatur-Maximum:
26,3°C (am 31. Mai)
Frosttage: 3
Bodenfrosttage: 6 (Minimum in 5 cm Höhe <0°C)
Sommertage: 3 (Tagesmaximum >25°C)
Sonnenstunden: 257,6 (145 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 78,9 l/m² (99 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 15
Tageshöchstmenge: 17,9 l/m² (am 15. Mai)

 

Wetterstation Olbernhau
Dirk Christoph

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im Juni 2011

 

Klassischer Fehlstart in den Juni Eine regelrechte Achterbahnfahrt vollführten die Temperaturen im Juni. Das erste klassische Beispiel ließ nicht lange auf sich warten. Am 1. Juni blieben von über 26 Grad des Vortages gerade noch 9 Grad übrig. Eine Kaltfront mit einem kurzen Gewitter kurz nach Mitternacht leitete diesen Temperatursturz ein. Es dauerte jedoch nur bis zum 4. Juni, als mit 27,1 Grad der erste von drei Sommertagen in Folge, neue Wärme brachte. Gewitter ließen in der schwülwarmen Luft jedoch nicht lange auf sich warten. Das bedeutete für das bevorstehende lange Pfingstwochenende leider schon wieder: Temperaturen runter bei leicht wechselhafter Wetterlage. Insgesamt viermal wiederholte sich dieses Pendeln der Temperaturen etwa im Bereich zwischen sommerlichen 27 und kühlen 16 Grad. Es fehlte ganz einfach ein stabiles Hoch. Trotzdem gab es tageweise auch reichlich Sonne. Zusammen mit nicht übermäßigem, aber dennoch ausreichendem Nass vom Himmel, verhalf dies der Natur in der Region zu einem sichtbaren Wachstumsschub. Zu einem ungewöhnlichen Ereignis, noch dazu bei nur 17 Grad, kam es am 21. Juni ab 15:18 Uhr. Im Olbernhauer Ortsteil Blumenau und in der Gemeinde Seiffen richteten starke Windböen Zerstörungen an. Eine Frage wurde dabei immer wieder laut: War es ein Tornado? In der Tornadoliste jedenfalls wird er unter den mittlerweile 60 Verdachtsfällen in Deutschland in diesem Jahr geführt. Neun bestätigte Fälle gibt es zudem. Nach einem wieder nicht berauschenden Wochenende (25./ 26. Juni) schwang sich der Sommer scheinbar gerade richtig zum Siebenschläfer (27.) zur Hochform auf. An den drei Tagen bis zum 29. fiel kein Tropfen Regen und die Temperaturen erreichten den Monatshöchstwert von 27,6 Grad. Der wolkenlose Himmel ließ die Sonne vom Aufgang bis Untergang ungehindert scheinen. An den drei Tagen kamen mehr Stunden zusammen, als zum Beispiel in einem ganzen Monat Dezember. Doch die Hoffnung erhielt einen herben Dämpfer. Der vierte oben bereits erwähnte Temperatursturz des Monats ereilte den 30. Juni. Dazu war es regnerisch und windig, fast herbstlich. Da der Zeitraum vom 27. Juni bis etwa 7. Juli über das weitere Wetter entscheidend ist, bleibt nicht viel mehr als Hoffnung auf einen hoffentlich nicht so wechselhaften Sommer.

 

Der Juni 2011 in Olbernhau:
Monatsmittel-Temperatur:
15,6°C (0,6 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum:
4,8°C (am 10. Juni)
Temperatur-Maximum:
27,6°C (am 29. Juni)
Sommertage: 7 (Tagesmaximum >25°C)
Sonnenstunden: 192 (113 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 63,8 l/m² (72 % vom Durchschnitt)
Tage mit messbarem Niederschlag: 17
Tageshöchstmenge: 9,8 l/m² (jeweils am 1. und 22. Juni)
Tage mit Gewitter: 6

 

Wetterstation Olbernhau
Dirk Christoph

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im Juli 2011

 

Den hohen Energiepreisen zum Trotz kann selbst der Erzgebirger seine Heizung im Sommer, vor allem im Juli, normalerweise ausschalten, und im Auto erfreut man sich an einer Klimaanlage. Nicht so im Juli 2011. Beginnend schon am 30. Juni erreichten fünf Tage in Folge nicht einmal 15 Grad. Der 1. Juli startete morgens zudem mit tief herbstlichen 4 Grad. Vom 6. bis 19. versuchte dann der Sommer phasenweise sich in Erinnerung zu bringen. Nichts dauerhaftes, denn immer wieder gab es Schauer, mitunter auch der heftigeren Art. So zum Beispiel am 8. Juli nach Mitternacht mit fast 22 Liter pro Quadratmeter binnen weniger Stunden. Doch das sollte nicht der letzte Starkniederschlag des Monats gewesen sein. Letztendlich kamen bei dieser Wetter-Achterbahnfahrt dennoch fünf Sommertage zusammen. Zum Vergleich: Im Juli 1996 und 1997 gab es nicht einen einzigen Tag, der 25 Grad erreichte.

Nun lag die Hoffnung auf den nahenden Hundstagen, jene eigentlich heißesten Tage des Jahres vom 23. Juli bis 23. August. Doch der Sommer verschwand statt dessen von Tag zu Tag ein bißchen mehr. Zunächst blieb es an sieben Tagen in Folge, für diesen Monat ein kleines Wunder, vom 22. bis 28. komplett trocken. Die Temperaturen jedoch, nachts oft einstellig und am Tage zwischen 13 und knapp 24 Grad, verdienten nur das Prädikat: hochsommeruntauglich.

Als wäre dies noch nicht genug, legten die beiden letzten Juli-Tage noch kräftig eins drauf. Dauerregen setzte ein, der den Juli 2011 mit der ohnehin schon beachtlichen Menge Niederschlag endgültig zum nassesten der Statistik machte. Das bisherige Jahresdefizit wurde zudem mehr als ausgeglichen. Die Temperaturen am Monatsende von nur noch 12 Grad Höchstwert verhalfen ihm zudem auf den drittkältesten Platz der vergangenen dreißig Jahre.

 

Der Juli 2011 in Olbernhau:

Monatsmittel-Temperatur:
15,1°C (2,0 Grad unter dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum:
4,2°C (am 1. Juli)
Temperatur-Maximum:
27,5°C (am 9. Juli)
Sommertage: 5 (Tagesmaximum >25°C)
Sonnenstunden: 160 (93 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 172,0 l/m² (185 % vom Durchschnitt)
Tage mit meßbarem Niederschlag: 18
Tageshöchstmenge: 32,7 l/m² (am 30. Juli)
Tage mit erheblichen Niederschlagsmengen: 3 (>20 l/m² in 24Std.)
Tage mit Gewitter: 3

Wetterstation Olbernhau
Dirk Christoph

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im August 2011

 

Über mangelnde Abwechslung beim Wetter konnte man sich im August nicht beklagen. Das traf sowohl auf die wechselhaften Temperaturen, insbesondere aber für die allgemeine Wetterlage zu. Grund dafür war die nicht enden wollende Tiefdrucktätigkeit, ohne ein stabiles Hoch über Mitteleuropa in Aussicht. Nach sehr verhaltenem Start schwangen sich die Temperaturen in der ersten Dekade zwar zu angenehmen sommerlichen Werten auf. Schauer und Gewitter ließen jedoch nicht lange auf sich warten. Ein total verregneter 4. August mit über 21 Litern Regen pro Quadratmeter unterstrich diese Entwicklung deutlich. Trocken blieb es auch an den Folgetagen nicht, die Sonnenanteile dazu fielen eher mager aus. Sommertagsversuche, wie am 14. und 18. August mit bis zu 25 bzw. 27 Grad, machten spätestens am Abend kräftige Gewitter zunichte. Beim letzteren Datum, dem 18. August, hatte die Region zudem etwas Pech. Laut Wettervorhersage sollte dieser Tag eigentlich trocken und sonnig sein. Das stimmte zwar weitgehend. Nur sehr eng begrenzt über dem Korridor Marienberg/ Olbernhau hatte sich eine sogenannte Superzelle gebildet. Solche Zellen sind die Grundvoraussetzung unter anderem für Tornados, was glücklicherweise eher selten resultiert. Aber die darin gespeicherten Wassermassen haben es auch in sich. So kamen mit kräftiger Gewitterbegeleitung in Olbernhau in nur reichlich einer Stunde 21,1 Liter Regen, zum Teil auch Hagel, vom Himmel. Im wenige Kilometer entfernten Deutschneudorf waren es nur 0,1 Liter, was der diensthabende MDR-Meteorologe bestätigte. Der Durchzug einer Kaltfront mit kräftigen Windböen am Folgetag war aber nicht das befürchtete endgültige Aus des Sommers. Pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres machten die Temperaturen einen- für diesen Sommer- ungewöhnlichen Sprung nach oben. Bis auf 30,5 Grad kletterte das Thermometer am 24. August. Der späteste heißeste Tag mit mindestens 30 Grad seit über 20 Jahren. Den für weite Teile des Landes angekündigten heißesten Tag des Jahres, am 26. August, verhinderte in Olbernhau der mäßige Südost-Wind. Bei immerhin bis zu 28,9 Grad störte der aber nicht wirklich, zumal bis weit in die Nacht hinein (bis 4:00 Uhr) noch über 20 Grad gemessen wurden. Vier Tage später am 31. waren es zur gleichen Stunde nur noch 3,5 Grad.

 

Der August 2011 in Olbernhau:

Monatsmittel-Temperatur: 16,9°C (0,6 Grad über dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: 3,5°C (am 31. August)

Temperatur-Maximum: 30,5°C (am 24. August)

Sommertage: 11 (Tagesmaximum >25°C)

heiße Tage: 1 (Tagesmaximum >30°C)

Sonnenstunden: 188,5 (106 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 74,7 l/m² (84 % vom Durchschnitt)

Tage mit meßbarem Niederschlag: 17 Tageshöchstmenge: 21,1 l/m² (am 18. August)

Tage mit Gewitter: 7  

 

Wetterstation Olbernhau

Dirk Christoph

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge September 2011

 

Von den Meteorologen per 31. August statistisch ad acta gelegt, machte der Sommer 2011 im September Überstunden. Obwohl die Tageslänge über den Monat, besonders abends mit fast einer Stunde, deutlich abnimmt, legte die Sonne eine gigantische Leistung hin und überbot den August um fast 30 Stunden. Die Tagestemperaturen stiegen dementsprechend deutlich an und so standen bis zum 11. September bereits drei Sommertage mit mehr als 25 Grad zu Buche. Doch es herrschte nicht ausnahmslos eitel Sonnenschein. Der 5. September war mit 16,9 Litern pro Quadratmeter total verregnet und läutete zudem vorübergehend eine sehr kühle Woche ein. Am 8., ein weiterer Regentag, stieg das Thermometer nicht über 12 Grad an. Der große Gegensatz: Drei Tage später (11.) registrierten die Meßgeräte mit 28,3 Grad den wärmsten Septembertag seit Jahrzehnten. Dieser endete am späten Abend mit teils kräftigen Gewittern, in der Region zum Glück nicht unwetterartig, wie zum Beispiel in Teilen Sachsen-Anhalts. Nach einem weiteren kühlen und total verregneten Tag (18.) mit erheblichen 16 Liter Wasser auf jeden Quadratmeter, setzte sich ganz langsam Hochdruckeinfluß durch. Bis auf 1033 Hektopascal stieg das Barometer des Hoch’s mit Namen Sepideh. Ein derart hoher Wert tritt üblicherweise nur während großer Winter-Hochdruckgebiete auf. Tagelang zeigte sich keine Wolke, was der Sonne ungehinderte Einstrahlungsmöglichkeit von bis zu 11 Sonnenstunden täglich verschaffte. Nach letztem Niesel am 20. September morgens blieb es bis über den Monatswechsel hinaus komplett trocken. Ab 25. September stiegen die Tageshöchstwerte durchgehend über die 20-Grad-Marke. Ein Sommertag konnte in Olbernhau allerdings nicht mehr erreicht werden, bei 24,3 Grad (26.) war das Maximum dieser Phase erreicht. Letztlich aber ein sehr versöhnlicher Sommerausklang, der immerhin noch bis 4. Oktober anhielt.

 

Der September 2011 in Olbernhau:

Monatsmittel-Temperatur: 13,8°C (1,5 Grad über dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: 3,2°C (am 24. September)

Temperatur-Maximum: 28,3°C (am 11. September)

Frosttage: 0 (Tagesminimum <0°C)

Bodenfrosttage: 0 (Minimum <0°C in 5cm Höhe)

Sommertage: 3 (Tagesmaximum >25°C)

Sonnenstunden: 216 (159 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 56,0 l/m² (85 % vom Durchschnitt)

Tage mit meßbarem Niederschlag: 10

Tageshöchstmenge: 16,9 l/m² (am 5. September)

 

Wetterstation Olbernhau

Dirk Christoph

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge Oktober 2011

 

Der Oktober startete makellos und rettete einen Hauch von Sommer in den Herbst hinein. An den ersten beiden Tagen fehlte mit 24,5 Grad selbst in Olbernhau nicht viel zu einem meteorologischen Sommertag (ab 25,0 Grad). In tieferen Lagen wurde dieser mit Leichtigkeit erreicht. Die Sonne schien an vier Tagen in Folge über zehn Stunden täglich. Eine Kaltfront beendete am Abend des 6. Oktober dieses traumhaft schöne goldene Oktoberwetter schlagartig. Ein Temperatursturz ließ von 21 Grad Höchsttemperatur dieses 6. Oktober nur noch 8 Grad an den Folgetagen übrig. Windiges Schauerwetter machte deutlich welche Jahreszeit wir eigentlich haben. Zusätzlich stellten sich die ersten leichten Bodenfröste ein. Am 15. zeigte das Thermometer, nach 162 Tagen Frostfreiheit, nun auch in zwei Meter Höhe mit minus 3,7 Grad wieder einen negativen Wert an. Auch einige Schneeflocken mischten sich am 20. in einen Schauer. Doch geschlagen gab sich das schöne Wetter damit noch lange nicht. Wenngleich Temperaturen von 20 Grad nun illusorisch waren, hatte aber die Sonne bei tagelang wolkenlosem Himmel leichtes Spiel. Auch Niederschlag spielte in der zweiten Hälfte kaum eine Rolle. Das hätte, so wie es in weiten Teilen Sachsens der Fall war, noch eine Weile so weitergehen können. Doch der aufkommende stürmische böhmische Wind, teils bis Windstärke 7, verhinderte dies. So blieb die an den Erzgebirgskamm angrenzende Region unter dichtem Hochnebel, vier Tage ohne jeden Sonnenstrahl. Eine Rekordsonnenscheindauer und auch eine positive Monatstemperaturbilanz blieben dadurch hierzulande aus. Die letzten Tage des Monats zeigten sich jedoch auch mit den Erzgebirgern nochmal versöhnlich. Mit reichlich Sonnenschein und bis zu 15 Grad Tageshöchsttemperatur, gut 3,5 Grad mehr als zur Jahreszeit üblich, verabschiedete sich der Oktober 2011 und hinterließ insgesamt einen weitestgehend positiven Gesamteindruck.

 

Der Oktober 2011 in Olbernhau:

Monatsmittel-Temperatur: 7,9°C (+/-0,0 gegenüber dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: -3,7°C (am 15. Oktober)

Temperatur-Maximum: 24,5°C (am 2. Oktober)

Frosttage: 3 (Tagesminimum <0°C)

Bodenfrosttage: 10 (Minimum <0°C in 5cm)

Sonnenstunden: 151 (144 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 51,8 l/m² (98 % vom Durchschnitt)

Tage mit meßbarem Niederschlag: 11

Tageshöchstmenge: 15,6 l/m² (am 12. Oktober)

 

Wetterstation Olbernhau

Dirk Christoph

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im November 2011

 

Viel wurde bereits über den Ausnahme-Monat November 2011 in punkto extremer Trockenheit und gigantischer Sonnenscheinbilanz berichtet. Ein seit Ende Oktober absolut stabiles Hochdruckgebiet über Mitteleuropa ließ zudem den Wetterbericht zum Langweiler verkommen. Größtes Problem der Meteorologen bei der Vorhersage- der Nebel. Löst er sich auf oder hält er sich womöglich den ganzen Tag, was schwer zu prognostizieren ist. Die besondere geographische Lage bereitet unserer Region da ein ganz anderes Problem. Vom 22. Oktober bis 25. November herrschte durch die Hochdruckwetterlage in der Nähe des Erzgebirgskammes nahezu ausnahmslos südost-, also böhmischer Wind. So gab es, abhängig von der Windintensität, herrlichsten Sonnenschein oder aber Hochnebel über Olbernhau mit den allgemein bekannten Begleiterscheinungen. Auf Grund der guten Durchmischung der Luft durch den meist kräftigen Wind spielte in der ersten Dekade Nachtfrost keine Rolle. Dafür schafften die Tageswerte aus dem gleichen Grund selten das Soll der dekadenüblichen 8 Grad. Daran änderte auch die Monatshöchsttemperatur von 12,2 Grad am 6. November nichts. In den vergangenen Jahren waren da schon 16 oder 18 Grad erreicht worden. Ab der zweiten Dekade schlief der Wind nachts meist ein, was bis Monatsende fast durchweg Nachtfrost bedeutete. Es bildete sich Reif, der selbst bei über 5 Grad am Tage an schattigen Stellen nicht wegtaute. So richtig gefährlich wurde es am 25. abends. Nach Sonnenuntergang sank die Temperatur rasch unter den Gefrierpunkt. Ein schwacher Tiefausläufer brachte mit Winddrehung auf West ein paar Tropfen Regen mit, die sofort gefroren. Zeitlich etwas verzögert sorgte der stark auflebende Wind anschließend für einen Temperatursprung auf 4 Grad bis Mitternacht. Die große Besonderheit daran: Ein Schauer am Morgen und dieser gefrierende Regen, in Summe 0,7 Liter pro Quadratmeter, waren der einzige meßbare Niederschlag des Monats. Die bisher trockensten Monate in Olbernhau, der April 2007 mit 0,9 Liter und der Januar 1996 mit 2,0 Litern wurden somit auf die Plätze verwiesen. Die Flöha markierte einen seit Jahren nicht erreichten Pegeltiefstand von nur 17 Zentimetern. Eine ähnliche Hochdruckwetterlage im Hochsommer mit der verbundenen Trockenheit und anzunehmenden wochenlangen Temperaturen über 30 Grad stelle man sich lieber nicht vor.

 

Der November 2011 in Olbernhau:

Monatsmittel-Temperatur: 3,4°C (0,6 Grad über dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: -6,5°C (am 16. November)

Temperatur-Maximum: 12,2°C (am 6. November)

Frosttage: 12 (Tagesminimum <0°C)

Eistage: 0 (Tagesmaximum <0°C)

Sonnenstunden: 110 (228 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 0,7 l/m² (1,1 % vom Durchschnitt)

Tage mit meßbarem Niederschlag: 1

Tageshöchstmenge: 0,7 l/m² (am 25. November)

Tage mit geschlossener Schneedecke: 0

 

Wetterstation Olbernhau

Dirk Christoph

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im Dezember 2011

 

Das ruhige und niederschlagsfreie Wetter, das anderthalb Monate Dank stabiler Hoch’s für
einen angenehmen Spätherbst gesorgt hatte, fand im Dezember keine Fortsetzung. Atlantische
Tief’s oder deren Ausläufer übernahmen die Regie. Das bedeutete Wind und zumeist viel zu
milde Temperaturen für die Jahreszeit. Kurzum: Schmuddelwetter. Wenn auch die
Höchsttemperatur des Monats von 12,5 Grad am 2. Dezember nicht annähernd wieder erreicht
wurde, bewegten sich die Tageswerte im viel zu milden Bereich. Dazu regnete es am 4. und 5.
sehr kräftig, so daß mit über 35 Litern pro Quadratmeter das halbe Monatssoll bereits erreicht
war. Am 7. bildete sich vorübergehend eine dünne Schneedecke, die aber bei über drei Grad
den Nachmittag nicht überstand.
Lange vorher wurde vor Orkantief Joachim gewarnt, das am 16. über die Region zog. So
schlimm wie angekündigt kam es letztlich nicht. Der Olbernhauer Weihnachtsbaum auf dem
Markt mußte schon eher den immer wieder auftretenden kräftigen Böen Tribut zollen.
Bemerkenswert trotzdem: Einen mit 972 Hektopascal so extrem tiefen Luftdruck wie von
„Joachim“ sucht man in den Wetterstatistiken vergeblich.
Am 19. Dezember, kühlere Luftmassen hatten den Durchbruch geschafft, kam es zum ersten
Eistag dieses Winters. Das bedeutet, die Temperaturen verharren auch am Tag im
Minusbereich. Dazu bildete sich bis zum 21. eine Schneedecke von acht Zentimetern. Für
weiße Weihnachten war das jedoch zu früh. Temperaturen von fünf Grad, einen Tag vor
Heiligabend, hielt der Schnee nicht stand. Gleiches wiederholte sich eine Woche später. Am
30. kam es zu kräftigen Schneefällen, in höheren Lagen mit Glätte und Verwehungen und
somit verkehrsbehindernd. Nieselregen und stark steigende Temperaturen ließen auch diesem
Schnee keine Chance.
Letztlich war es der fünftwärmste Dezember der vergangenen dreißig Jahre und der dritte
Monat des Jahres 2011, der sein Niederschlagssoll übererfüllte.

 
Der Dezember 2011 in Olbernhau:

Monatsmittel-Temperatur:
2,6°C (2,4 Grad über dem Durchschnitt)
Temperatur-Minimum:
minus 6,0°C (am 20. Dezember)
Temperatur-Maximum:
12,5°C (am 2. Dezember)
Frosttage: 17 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 2 (Tagesmaximum <0°C)
Sonnenstunden: 24,5 (77 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 108,1 l/m² (140 % vom Durchschnitt)
Tage mit meßbarem Niederschlag: 21
Tageshöchstmenge: 18,7 l/m² (am 5. Dezember)
Tage mit geschlossener Schneedecke: 9

 

 

Wetterstation Olbernhau

Dirk Christoph

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