Wetterstation Olbernhau im Erzgebirge

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im Januar 2015

 

Der Auftakt des Jahres verlief mit dem Januar eher herbstlich statt hochwinterlich kalt. Damit lagen die Temperaturen, ganz gleich ob Tages- oder Nachtwerte, zum zweiten Mal in Folge deutlich über dem jahreszeitlich üblichen. Einen großen Unterschied zum Januar des Vorjahres gibt es dennoch: deutlich mehr Niederschlag. Bei Nachttemperaturen leicht unter dem Gefrierpunkt fiel dieser natürlich als Schnee, wodurch immer wieder einige Zentimeter zusammenkamen. So lagen am 6. Januar, nach Tagen mit kräftigen Schneeschauern und einer nahezu unbeweglichen Temperaturanzeige von Null Grad über mehrere Tage und Nächte hinweg, zehn Zentimeter Schnee. Doch die Turbolenzen der ersten Januarhälfte, während dieser in rascher Folge acht Sturmtiefs über die Region zogen, ließen diesem Schnee keine Chance. Die Temperatursprünge dabei waren enorm. Nach nasskalten ein Grad am 7. Januar preschte warme Luft mit bis zu 13 Grad am 10. Januar heran. Der Absturz folgte in Begleitung von Sturmböen umgehend und binnen Minuten sehr rasant. Am folgenden Tag (11.) wurden gerade noch zwei Grad erreicht, um schon am 13. wieder auf über zehn Grad anzusteigen.

Dieses Tauwetter bis in die höheren Lagen bekamen vorübergehend auch die Flusspegel deutlich zu spüren, als am Morgen des 10. Januar binnen sechs Stunden noch zusätzlich 15 Liter Regen fielen.

 

Deutlich ruhiger, vor allem was den Wind betrifft, aber auch etwas kühler ging es in der zweiten Monatshälfte zu. Obwohl die Nachttemperaturen nun ständig im Frostbereich lagen, fiel das Minimum des Monats mit lediglich minus 4,8 Grad so moderat aus wie seit 32 Jahren nicht mehr. Trotz zumeist leichter Plusgrade am Tag schneite es fast täglich etwas, was sich zu einer 16 Zentimeter dicken Schneedecke summierte.

Eine kleine Seltenheit konnte am Monatsende jeder mittels Barometer verfolgen.

Im Zentrum eines großen Tiefdruckkomplexes, unter dem auch unsere Region lag, sank der Luftdruck am 30. Januar morgens bis auf 974 Hektopascal (hPa) ab. Ein ungewöhnlicher Anblick am Zeigerinstrument. Ein Luftdruck unter 980 hPa ist mit bisher nur drei Fällen in den vergangenen Jahren 20 Jahren extrem selten und nur in Wintertiefs vorgekommen.

 

Der Januar 2015 in Olbernhau:

 

Monatsmittel-Temperatur: 1,2°C (2,1 Grad über dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: minus 4,8°C (am 24. Januar)

Temperatur-Maximum: 12,7°C (am 10. Januar)

Frosttage: 21 (Tagesminimum <0°C)

Eistage: 4 (Tagesmaximum <0°C)

Sonnenstunden: 34 (81 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 82,8 l/m² (125,5 % vom Durchschnitt)

Tage mit messbarem Niederschlag: 25

Tageshöchstmenge: 14,9 l/m² (am 10. Januar)

Tage mit geschlossener Schneedecke: 20

Dirk Christoph, Wetterstation Olbernhau

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im Februar 2015

 

Zum zweiten Mal in Folge machte der Winter mit deutlich zu milden Temperaturen auf sich aufmerksam. Der Februar steuerte zu diesem Plus jedoch nichts bei, dafür fiel er in einer anderen Kategorie deutlich aus dem Rahmen, der Sonnenscheindauer. Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren waren der Januar und Februar so grau wie seit Aufzeichnungsbeginn nicht. Der Februar brachte es damals nur auf 17 Sonnenstunden, einem Drittel des Üblichen. Dieses Jahr schaffte der Februar mit 124 Stunden fast das Doppelte des langjährigen Mittels und damit so viel wie ein durchschnittlicher April.

 

Zum häufig heiteren Himmel passt die sehr träge Niederschlagstätigkeit den gesamten Monat über exakt dazu. Der Winter hielt sich in den mittleren Lagen des Erzgebirges weiterhin sehr zurück. Zu den 16 Zentimetern Schnee, das Erbe des Januar, kamen während der ersten Februardekade nur sehr vereinzelt ein oder höchstens zwei Zentimeter Neuschnee dazu. Bei Tageswerten nur leicht über dem Gefrierpunkt, aber frostigen Nächten, zweimal sogar unter minus zehn Grad, änderte sich an der Schneedecke wenig. Erst etwas Nieselregen und die einzige bodenfrostfreie Nacht des Monats vom 9. zum 10. Februar riss erste Lücken in die geschlossene Schneedecke. Durch weiterhin durchgehend Nachtfrost, der den Schnee verharschen und somit sehr fest werden ließ, zog sich der Tauprozess lange hin. An schattigen Plätzen fanden sich auch zum Monatsende vereinzelt noch Schneereste. Schneezuwachs gab es aber auch nicht, denn mit nur rund einem Fünftel des Monatssolls war es der zweittrockenste Februar seit 20 Jahren.

 

Einen guten Funktionstest für's heimische Barometer lieferten die Luftdrucksprünge der zurückliegenden Wochen. Als Gegenpart zum tiefsten Luftdruck seit Jahren vom 30. Januar mit nur 974 Hektopascal (hPa) stieg im Zentrum einer Hochdruckbrücke der Luftdruck am 18. Februar auf hierzulande sehr selten hohe 1042 hPa. Immerhin eine Druckdifferenz in weniger als drei Wochen von 68 hPa.

 

Der Februar 2015 in Olbernhau:

 

Monatsmittel-Temperatur: minus 0,5°C (0,1 Grad unter dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: minus 11,4°C (am 6. Februar)

Temperatur-Maximum: 9,0°C (am 20. Februar)

Frosttage: 26 (Tagesminimum <0°C)

Eistage: 4 (Tagesmaximum <0°C)

Sonnenstunden: 124 (198 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 12,7 l/m² (21,5 % vom Durchschnitt)

Tage mit messbarem Niederschlag: 7

Tageshöchstmenge: 4,2 l/m² (am 9. Februar)

Tage mit geschlossener Schneedecke: 9

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im März 2015

 

Zum zweiten Mal in Folge machte der Winter mit deutlich zu milden Temperaturen auf sich aufmerksam. Der Februar steuerte zu diesem Plus jedoch nichts bei, dafür fiel er in einer anderen Kategorie deutlich aus dem Rahmen, der Sonnenscheindauer. Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren waren der Januar und Februar so grau wie seit Aufzeichnungsbeginn nicht. Der Februar brachte es damals nur auf 17 Sonnenstunden, einem Drittel des Üblichen. Dieses Jahr schaffte der Februar mit 124 Stunden fast das Doppelte des langjährigen Mittels und damit so viel wie ein durchschnittlicher April.

 

Zum häufig heiteren Himmel passt die sehr träge Niederschlagstätigkeit den gesamten Monat über exakt dazu. Der Winter hielt sich in den mittleren Lagen des Erzgebirges weiterhin sehr zurück. Zu den 16 Zentimetern Schnee, das Erbe des Januar, kamen während der ersten Februardekade nur sehr vereinzelt ein oder höchstens zwei Zentimeter Neuschnee dazu. Bei Tageswerten nur leicht über dem Gefrierpunkt, aber frostigen Nächten, zweimal sogar unter minus zehn Grad, änderte sich an der Schneedecke wenig. Erst etwas Nieselregen und die einzige bodenfrostfreie Nacht des Monats vom 9. zum 10. Februar riss erste Lücken in die geschlossene Schneedecke. Durch weiterhin durchgehend Nachtfrost, der den Schnee verharschen und somit sehr fest werden ließ, zog sich der Tauprozess lange hin. An schattigen Plätzen fanden sich auch zum Monatsende vereinzelt noch Schneereste. Schneezuwachs gab es aber auch nicht, denn mit nur rund einem Fünftel des Monatssolls war es der zweittrockenste Februar seit 20 Jahren.

 

Einen guten Funktionstest für's heimische Barometer lieferten die Luftdrucksprünge der zurückliegenden Wochen. Als Gegenpart zum tiefsten Luftdruck seit Jahren vom 30. Januar mit nur 974 Hektopascal (hPa) stieg im Zentrum einer Hochdruckbrücke der Luftdruck am 18. Februar auf hierzulande sehr selten hohe 1042 hPa. Immerhin eine Druckdifferenz in weniger als drei Wochen von 68 hPa.

 

Der Februar 2015 in Olbernhau:

 

Monatsmittel-Temperatur: minus 0,5°C (0,1 Grad unter dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: minus 11,4°C (am 6. Februar)

Temperatur-Maximum: 9,0°C (am 20. Februar)

Frosttage: 26 (Tagesminimum <0°C)

Eistage: 4 (Tagesmaximum <0°C)

Sonnenstunden: 124 (198 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 12,7 l/m² (21,5 % vom Durchschnitt)

Tage mit meßbarem Niederschlag: 7

Tageshöchstmenge: 4,2 l/m² (am 9. Februar)

Tage mit geschlossener Schneedecke: 9

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im April 2015

 

Ein frühlingshafter Aprilstart auf dessen erstes Wochenende Ostern fiel, wäre wünschenswert gewesen. Doch daraus wurde nichts. Bei stürmischem Wind und nasskalten null Grad schneite es am Gründonnerstagvormittag binnen rund drei Stunden so viel, dass gegen Mittag zwölf Zentimeter Schnee lagen. Derartige Neuschneemengen im April gab es letztmalig am 16. April 1997 und am 7. April 2003. An ein rasches Abtauen noch am selben Tag war aber nicht zu denken. Dafür sanken die Nachttemperaturen zunächst durchweg in den Frostbereich. Auch am Tage verharrten die Höchstwerte bei etwa fünf Grad und somit deutlich unter dem jahreszeitlichen Soll. Das änderte sich erst nach Ostern. Nahezu täglich kletterte das Thermometer etwas höher, um am 15. April mit 21,2 Grad erstmals die 20-Grad-Marke in diesem Jahr zu überspringen. 13 Stunden Sonnenschein an diesem Tag machten es möglich. Doch dem schlechten Ruf des Aprilwetters folgend, gingen bereits zwei Tage später nächtliche Schneeschauer nieder. Bei zeitweilig kräftigem Wind, aber auch wieder Nachtfrösten galt es ständig die Gefühle zu wechseln. Dazu passte auch ein fulminanter Temperatursturz Richtung Monatsende. Nach der Monatshöchsttemperatur von schwülwarmen 22,7 Grad am 27. April um 15 Uhr stürzte die Quecksilbersäule auf 0,5 Grad um 11 Uhr des Folgetags bisher beispiellos ab. Kräftige Schneefälle bis in tiefere Lagen des Erzgebirges sorgten für eine vorübergehende Schneedecke und Verkehrsbehinderungen.

Trotz des schulbuchreifen Aprilwetters konnte aber der April 2015 zwei Konstante verbuchen, so wie in den letzten Jahren meist auch: Sehr viel Sonnenschein und deutlich zu wenig Niederschlag. Denn ohne die beiden Schneefalltage vom 2. und 28. April, die zusammen zwei Drittel des Gesamtniederschlages ausmachten, hätte es in punkto Trockenheit im April deutlich schlechter ausgesehen.

 

Der April 2015 in Olbernhau:

 

Monatsmittel-Temperatur: 6,7°C (0,2 Grad unter dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: minus 4,3°C (am 7. April)

Temperatur-Maximum: 22,7°C (am 27. April)

Frosttage: 14 (Tagesminimum <0°C)

Bodenfrosttage: 21

Sonnenstunden: 193 (153 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 50,8 l/m² (74 % vom Durchschnitt)

Tage mit messbarem Niederschlag: 11

Tageshöchstmenge: 17,5 l/m² (am 28. April)

Tage mit Gewitter: 2

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im Mai 2015

 

Regentonnen leer, aber die Beete trotzdem staubtrocken. So oder so ähnlich fällt sicher das Resümee der meisten Hobbygärtner in der Region zum Monat Mai aus. Und tatsächlich ist die Bilanz, trotz 13 Tagen mit Niederschlag, äußerst dürftig. Nennenswerte Mengen fielen nur in der Walpurgisnacht (zum 1. Mai) mit 11 Litern und während eines kurzen Gewitters am Abend des 12. Mai mit reichlich 6 Litern pro Quadratmeter. Alle weiteren Niederschlagsmengen führten allenfalls zu einer Oberflächenbefeuchtung.

Die Theorie, wenig Regen dafür schönes warmes Wetter funktionierte aber auch nicht. Nur fünf Tage mit einer einigermaßen Wohlfühltemperatur über 20 Grad sind für einen Monat Mai einfach zu wenig. Besonders an Himmelfahrt (14.) zeigte sich das Wetter nach morgendlichem Schauer lange trüb und bei nur 8 Grad zur Mittagszeit deutlich zu kühl. Tage mit positivem, weil heiterem Gesamteindruck, machte häufig böiger und kalter Nordwestwind zunichte. Auch das Pfingstfest verlief temperaturmäßig mit maximal 17 Grad nicht wunschgemäß. Zudem verkroch sich am Pfingstmontag die Sonne den ganzen Tag.

Gefürchteter Frost im Mai beschränkte sich auf leichten Bodenfrost in sechs Nächten. Zu richtigem Luftfrost in zwei Metern Höhe kam es an der Messstation in Olbernhau allerdings nicht.

Dennoch schließt der Monat Mai im dritten Jahr in Folge zu kühl ab. Das konnte auch die durchaus fleißig agierende Sonne nicht verhindern.

Das gesamte Frühjahrsquartal, das die Monate März, April und Mai umfasst, rangiert in punkto Trockenheit nach 2012 nun mit nur 64 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge auf dem zweiten Platz der vergangenen 20 Jahre. Alle drei Monate waren viel zu trocken, womit rein statistisch 77 Liter pro Quadratmeter, also eine ganze Monatsmenge an Regen in diesem Frühjahr fehlen. Ein echtes Problem für die Landwirtschaft.

 

Der Mai 2015 in Olbernhau:

Monatsmittel-Temperatur: 11,8°C (0,5 Grad unter dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: 0,4°C (am 15. Mai)

Temperatur-Maximum: 23,5°C (am 12. Mai)

Frosttage: keine

Bodenfrosttage: 6

Sonnenstunden: 179 (101 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 32,2 l/m² (40 % vom Durchschnitt)

Tage mit messbarem Niederschlag: 13

Tageshöchstmenge: 11,0 l/m² (am 1. Mai)

Tage mit Gewitter: 22

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im Juni 2015

 

Laut Bauernregelkalender tritt die Schafskälte in Deutschland nicht jedes Jahr, jedoch sehr häufig, und wenn dann zwischen dem 4. und 20. Juni auf. Dieses Jahr war es zunächst nicht die Schafskälte, sondern vielmehr ein eher April-typisches Auf und Ab, was das Wetter vermieste. An einen flächendeckenden Landregen, den die Natur so dringend benötigte, war an den ersten Tagen des Monats nicht zu denken. Vielmehr heizte die Sonne tagelang kräftig ein und trieb die Temperaturen in der Spitze sogar auf knapp 30 Grad (6. Juni). Nur drei Tage später erreichte das Thermometer mit Mühe noch 10 Grad. Dazu reichlich 15 Liter Regen pro Quadratmeter, soviel wie seit Ende April nicht mehr an einem Tag, beendete in der Region zumindest vorübergehend die größte Trockenheit. Kurz vor Monatsmitte gab es dann mit bis zu 28 Grad erneut zwei Sommertage. Doch das war es dann auch schon mit dem Sommer im Juni. Je weiter der Monat voranschritt, und die Schafskälte kein Thema mehr sein sollte, um so kühler wurde es. Auch die sonnigen Anteile blieben nun unter den Erwartungen.

 

Mit nur 1,4 Grad in Bodennähe lag die Temperatur am Morgen des 17. Juni recht nahe am Gefrierpunkt. An zehn Tagen in Folge vom 15. bis 24. Juni konnten selbst die Tageshöchsttemperaturen nicht annähernd die 20-Grad-Marke erreichen. Das änderte sich erst- aber nur sehr langsam- in Annäherung eines Hochsommerhochs. Doch die Anlaufzeit war zu lang, so dass selbst die letzten Tage des Monats kaum mehr davon profitieren konnten. Somit schließt der Juni zum dritten Mal in Folge und entgegen dem Trend leichter Erwärmung speziell im Frühjahr, bei der Monatsmitteltemperatur im Minus. Das Niederschlagsdefizit des ersten Halbjahres 2015 summiert sich in Olbernhau mittlerweile auf ein Drittel, was annähernd zwei Monatsmengen entspricht.

 

Der Juni 2015 in Olbernhau:

 

Monatsmittel-Temperatur: 14,7°C (0,8 Grad unter dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: 3,5°C (am 17. Juni)

Temperatur-Maximum: 29,7°C (am 6. Juni)

Sommertage: 5 (Tagesmaximum >25°C)

heiße Tage: 0 (Tagesmaximum >30°C)

Sonnenstunden: 171 (101 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 61,0 l/m² (68,5 % vom Durchschnitt)

Tage mit messbarem Niederschlag: 16

Tageshöchstmenge: 15,3 l/m² (am 9. Juni)

Tage mit Gewitter: 5

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im Juli 2015

 

Extreme Wetterwendigkeit wird im allgemeinen dem April nachgesagt. Der Juli 2015 stand dem allerdings in keinster Weise nach. Die ersten sieben Tage des Monats bescherten auch den mittleren Lagen des Erzgebirges eine Hitzeperiode, wie sie nicht sehr häufig auftritt. In Olbernhau konnten in diesem Zeitraum sechs Sommertage, davon vier heiße Tage über 30 Grad registriert werden. Bei den 33,6 Grad am 4. Juli fehlten nur 0,3 Grad zum Juli- Allzeitrekord vom 16. Juli 2007. Ein nicht unwetterartiges, aber auf Grund extremer Blitzintensität sehr imposantes Gewitter beendete am späten Abend des 7. Juli die Hitze abrupt. Innerhalb von nur zehn Minuten prasselten dabei 18 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Der mit Durchzug einer Kaltfront verbundene Temperatursturz war enorm. Am 9. und 10. Juli schaffte es das Thermometer, trotz einiger Sonnenstunden, nur mit Mühe auf sommeruntaugliche 16 Grad Höchsttemperatur.

Am 16. begann eine weitere Hochsommeretappe mit weiteren sieben Sommertagen, davon zwei heißen Tagen, die bis zum 24. Juli dauerte. Dabei stellte die Nacht vom 17. zum 18. Juli mit genau 25 Grad gemessen um Mitternacht einen neuen Rekord zu dieser Zeit auf.

Was danach bis zum Monatsende folgte, gehörte schon eher in den Herbst, statt in die eigentlich heißeste Tage, die Hundstage. Am Tage wurde die 20 Grad- Marke fast ausnahmslos verfehlt und in den Nächten ging es teils bis auf 5 Grad zurück. Zur Vollendung dieses unangenehmen Wetters trug der tagelang kräftige und sehr böige Wind bei.

In der Gesamtheit betrachtet war der Juli dennoch ein deutlich zu warmer Monat mit etwas Übererfüllung beim Regen. Zwei Drittel davon fiel als Starkregen binnen nur insgesamt sieben Stunden, zumeist während Gewitter und in den Nachtstunden. Nur ein Tag, der 14. Juli, war verregnet, ansonsten bestimmte die Sonne überdurchschnittlich häufig das Bild am Himmel.

 

Der Juli 2015 in Olbernhau:

 

Monatsmittel-Temperatur:18,8°C (2,1 Grad über dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: 5,1°C (am 11. Juli)

Temperatur-Maximum: 33,6°C (am 4. Juli)

Sommertage: 14 (Tagesmaximum >25°C)

heiße Tage: 6 (Tagesmaximum >30°C),

Sonnenstunden: 225 (131 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 103,3 l/m² (111 % vom Durchschnitt)

Tage mit messbarem Niederschlag: 14

Tageshöchstmenge: 28,9 l/m² (am 8. Juli)

Tage mit Gewitter: 7

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im August 2015

 

Super Sommermonat mit kleinen Schönheitsfehlern

Thermometer 64 Stunden über 30 Grad, an vier Regentagen Soll erfüllt

Nach einem bereits sehr überdurchschnittlichen Juli ähnliches vom August zu erwarten, war sicher vermessen. Doch was der achte Monat dann ablieferte übertraf selbst die kühnsten Prognosen. Die ersten beiden Wochen boten alles was zu einem richtigem Sommer gehörte. Schon kurz nach Sonnenaufgang stiegen die Temperaturen rasch über 20 Grad, und die 25 Grad Sommertagsmarke war zumeist schon weit vor dem Mittag geknackt. Bis zum 15. August standen 14 Sommertage in Folge, darunter 8 heiße Tage mit 30 Grad oder mehr zu Buche. Mit 34,8 Grad kletterte das Quecksilber am 7. August am höchsten. Sonne satt und kaum spürbarer Wind rundeten das perfekte Sommerwetter ab. Anfangs kühlte es sich in den Nächten noch angenehm ab, doch auch das änderte sich mehr und mehr. So kam es vom 13. zum 14. zu einer tropischen Nacht, was im Olbernhauer Tal sehr selten passiert. Dafür bedarf es einer Tiefsttemperatur nicht unter 20 Grad. Jene Nacht erfüllte mit 21,8 Grad diese Bedingung mit Leichtigkeit. Doch gerade in einem so heißen Sommermonat benötigt die Natur dringend Regen. Die seit dem zeitigen Frühjahr bestehende Problematik der Trockenheit verschärfte sich angesichts 17 Tagen seit Ende Juli in Folge ohne einen Tropfen dramatisch. Somit kam ein radikaler Wetterumschwung zur Monatsmitte gerade rechtzeitig. Doch auch hier neigte das Wetter zur Übertreibung. Nach einem heftigen Gewitter am 16. kühlte es sich soweit ab, dass die Tageshöchsttemperaturen drei Tage lang nicht einmal 15 Grad erreichten. Die Sonne hatte eben so lange keine Chance, denn aus dicken Wolken kübelte es in vier Tagen mit 89 Liter Regen so viel herab wie sonst in einem ganzen Monat August. Sehr viel mehr an Niederschlag wurde es in der Folge nicht, denn der Sommer kehrte zurück. Zunächst nur zaghaft mit viel Sonne und gemäßigten Temperaturen, zum Monatsende jedoch wiederum mit Hitze. Vom 30. August bis 1. September stiegen die Tageshöchstwerte nochmals zum Teil deutlich über 30 Grad. So sind 33,2 Grad an einem letzten Augusttag beispiellos in der 40 Jahre umfassenden Wetterstatistik von Olbernhau. Der Sommer 2015 schaffte mit einer noch nie registrierten Anzahl von 17 heißen Tagen mehr als zum Beispiel der gesamte Sommer 1996 an Sommertagen über 25 Grad zu Stande brachte.

 

Der August 2015 in Olbernhau:

 

Monatsmittel-Temperatur: 19,9°C (3,7 Grad über dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: 6,7°C (am 1. August)

Temperatur-Maximum: 34,8°C (am 7. August)

Sommertage: 18 (Tagesmaximum >25°C)

heiße Tage: 10 (Tagesmaximum >30°C)

Sonnenstunden: 254 (143 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 105,0 l/m² (118 % vom Durchschnitt)

Tage mit messbarem Niederschlag: 9

Tageshöchstmenge: 37,5 l/m² (am 18. August)

Tage mit Gewitter: 4

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge September 2015

 

Eine Folge von heißen Tagen, die Ende August begonnen hatte, konnte auch der Monatswechsel in den September und somit in den meteorologischen Herbst hinein zunächst nicht stoppen. Mit 30,3 Grad war es der späteste und somit auch einzigste heiße Tag in einem Monat September seit mehr als vier Jahrzehnten. Von kräftigen Windböen der Stärke 7 begleitet beendete jedoch eine Kaltfront an jenem Nachmittag die letzte Hitze des Sommers abrupt. Binnen einer Stunde fiel die Temperatur auf unter 20 Grad. Fünf Tage später (6.) zeigte das Thermometer nur 10 Grad Höchsttemperatur am Nachmittag an. Am 10. September schließlich hieß es beim ersten Bodenfrost des Herbstes: Autoscheiben kratzen.

Ein paar Tage zuvor, am 3. September, ereignete sich ein kurzes, aber intensives Gewitter, dem so manches elektronisches Gerät zum Opfer fiel.

Aus den schon recht herbstlich anmutenden Tagestemperaturen im großen Reste des Monats ragte der 17. September als 39. und somit letzter Sommertag des Jahres mit 27,5 Grad heraus.

Wiederum beendete eine Kaltfront mit ein paar Blitzen am Abend einen schönen Sommertag.

Bis Monatsende traten die Temperaturen immer weiter den Rückzug an. Es wurden am Tage keine 15 Grad mehr erreicht. Die letzten beiden Septembernächte verliefen mit 0 Grad in zwei Metern Höhe und mit minus 2,5 Grad am Boden schon frostig.

Die Sonne war zwar täglich präsent, verbuchte aber im langjährigen Vergleich ein Minus.

Auch an der Trockenheit änderte der September nichts, denn es fielen erneut nur rund zwei Drittel der zu erwartenden Menge aus dem vieljährigen Vergleich.

 

Der September 2015 in Olbernhau:

 

Monatsmittel-Temperatur 11,7°C (0,8 Grad unter dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: 0,0°C (am 29. September)

Temperatur-Maximum: 30,3°C (am 1. September)

Frosttage: 0 (Tagesminimum <0°C)

Bodenfrosttage: 3

Sommertage: 2 (Tagesmaximum >25°C)

heiße Tage: 1 (Tagesmaximum >30°C)

Sonnenstunden: 128 (94 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 45,2 l/m² (68,5 % vom Durchschnitt)

Tage mit messbarem Niederschlag: 14

Tageshöchstmenge: 8,2 l/m² (am 2. September)

Tage mit Gewitter: 2

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge Oktober 2015

 

Bei der Analyse des Oktober fällt eine strenge Dreiteilung, fast im Dekadenrhythmus, auf.

 

Die ersten beiden Tage boten durchweg Sonne, nachdem die Nächte mit minus zwei Grad Lufttemperatur und minus 4,5 Grad direkt über dem Boden den empfindlichen Gartenkulturen das endgültige Aus bescherten. Mild und zunächst noch trocken ging es weiter. Eine grundlegende Wetterumstellung vollzog sich am 7. Oktober. An diesem und am Folgetag regnete es , zwar nicht stark, aber über mehr als 36 Stunden am Stück 33 Liter pro Quadratmeter.

 

Pünktlich mit Beginn der zweiten Dekade traten die Temperaturen einen ungewöhnlich deutlichen Rückzug an. Weniger die vier frostigen Nächte mit bis zu minus 5 Grad fallen da auf. Es sind vielmehr die große Anzahl von zwölf Tagen in Folge mit Höchsttemperaturen unter 10, zweimal sogar unter 5 Grad. Das heißt, teils 7 Grad unter dem Normalen! Dazu zeigte sich die Sonne an acht Tagen in Folge nicht für auch nur einen kurzen Moment. Die Krönung des Ganzen fand am 14. Oktober mit einer überaus heftigen weißen Überraschung statt. Seit 2009 gab es nicht mehr so zeitig im Herbst so viel Schnee. Damals waren am 15. Oktober über den Tag 8 Zentimeter zusammengekommen, dieses Jahr lagen gut 5 Zentimeter am frühen Morgen. In höheren Lagen entsprechend mehr, denn die Niederschlagsmenge betrug immerhin 13 Liter pro Quadratmeter.

 

Deutlich entspannter zeigte sich dann wieder die dritte Monatsdekade. Einen Wermutstropfen gab es in Form des teilweise kräftigen böhmischen Windes. Er verhinderte das Erreichen der im Wetterbericht angekündigten Tagestemperatur hier in der Region enorm. Die Sonne versuchte ihr Bestes, konnte aber ein Gesamtdefizit, genau wie bei der Temperaturbilanz nicht verhindern.

 

Der Oktober 2015 in Olbernhau:

 

Monatsmittel-Temperatur: 7,1°C (1,1 Grad unter dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: minus 5,1°C (am 12. Oktober)

Temperatur-Maximum: 18,4°C (am 5. Oktober)

Frosttage: 6 (Tagesminimum <0°C)

Bodenfrosttage:10 (Minimum <0°C in 5cm)

Sonnenstunden: 98 (93 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 75,0 l/m² (141,5 % vom Durchschnitt)

Tage mit messbarem Niederschlag: 13

Tageshöchstmenge: 17,1 l/m² (am 8. Oktober)

Tage mit geschlossener Schneedecke: 1

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im November 2015

 

Analysiert man die Wetterdaten des vergangenen Monats könnte man zum einen zu dem Schluss kommen: Ein richtiger Herbstmonat. Denn selbst im Flöhatal blies der Wind häufig sehr kräftig, immerhin an neun Tagen mit Windstärke 6, davon an drei Tagen mit Stärke 7. Doch das ist nur die eine Seite. Überwiegend kam der November gar nicht herbstlich daher. Dies betraf einerseits die überdurchschnittlich hohe Sonnenscheindauer. Vor allem aber die viel zu milden Temperaturen, und das nach 2014 nun schon zum zweiten Mal in Folge mit einer gravierenden Abweichung vom Mittel. Nur fiel die in diesem November noch viel deutlicher aus.

Während der ersten beiden Dekaden lagen die Tageshöchstwerte fast ausnahmslos im zweistelligen Bereich. Dabei spielte es kaum eine Rolle, ob mit ganztägiger Sonnenunterstützung, so wie am Monatsanfang, oder tagelang gänzlich ohne Sonne wie vom 9. bis 12. November. Die Wärme aus dem Südwesten führte ohnehin der eingangs erwähnte kräftige Wind heran. Damit erklären sich auch die für die Jahreszeit tagelang ungewöhnlich hohen Nachttemperaturen. Bis zum 20. November gab es in Olbernhau nur einmal leichten Nachtfrost (am 3.). Im weiteren Verlauf bewegten sich die Temperaturen am späten Abend, oder frühen Morgen nicht selten zwischen 12 und sogar 15 Grad. Im Mittel gibt es solche Nachttemperaturen nicht einmal im Hochsommer. Als passendes Kuriosum dazu: An 11 Tagen, fast ausnahmslos in der zweiten Monatshälfte, trat die Tageshöchsttemperatur in der Nacht, also vor oder nach Sonnenauf- bzw. -untergang auf.

Ein total verregneter und stürmischer 15. November brachte ein Ende der Trockenheit und sorgte mit 26,5 Litern pro Quadratmeter für den bisher drittniederschlagreichsten Tag des Jahres.

Mehr als eine dünne Schneedecke am 23. und 24. November und etwas Nassschnee am Samstag vor dem 1. Advent, der zumindest versuchte für etwas Vorweihnachtsstimmung zu sorgen, war nicht drin. Der Monat verabschiedete sich an seinen letzten beiden Tagen viel zu mild, verregnet und erneut sehr windig.

 

Der November 2015 in Olbernhau:

 

Monatsmittel-Temperatur: 6,3°C (3,2 Grad über dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: -7,3°C (am 24. November)

Temperatur-Maximum: 16,2°C (am 5. November)

Frosttage: 8 (Tagesminimum <0°C)

Bodenfrosttage: 12 (Minimum in 5cm <0°C)

Eistage: 1 (Tagesmaximum <0°C)

Sonnenstunden: 66 (137 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 93,3 l/m² (148 % vom Durchschnitt)

Tage mit messbarem Niederschlag: 15

Tageshöchstmenge: 26,5 l/m² (am 15. November)

Tage mit vorübergehend geschlossener Schneedecke: 4

 

Das Wetter in Olbernhau/Erzgebirge im Dezember 2015

 

Der Dezember ist zwar üblicherweise nicht der kälteste Monat des Winters, doch was er 2015 abgeliefert hat, ist dennoch absolut ungewöhnlich. In vergangenen Jahren gab es durchaus auch Dezember mit wenigen Frosttagen, oder warme Tage über zehn Grad. Außergewöhnlich am vergangenen Dezember ist jedoch die Konstanz des milden Wetters. Der Grund: Die Konstellation eines Hochdruckgebietes, das sich gegen die Tiefs über Nordwesteuropa stemmte, hielt extrem lange stand. Das brachte allerdings viel Wind hervor. Die Hälfte der Tage des Monats blies der Wind mit Stärke fünf, davon an drei Tagen sogar mit Stärke sieben. Niederschlag hingegen fiel so wenig, wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Das bedeutete, trotz der kurzen astronomischen Tageslänge, oft freie Bahn für die Sonne. Auch hier muss man schon acht Jahre zurückblättern, um einen so sonnenscheinreichen Dezember zu finden. Die Temperaturen, den gesamten Monat erreichten sie immer mal wieder den zweistelligen plus-Bereich, liefen an Weihnachten zur Höchstform auf. Am zweiten Feiertag erreichte die Temperatur in der Spitze 13,2 Grad, und somit die zweithöchste Weihnachtstemperatur nach 1983 mit damals 14 Grad. Doch auch nachts kühlte es sich kaum ab. Erst am 30. kündigte sich ein deutlicher Wechsel mit kräftigem Sturm an. Durch den böhmischen Wind-Effekt verstärkt und im Flöhatal kanalisiert kam es zum heftigsten Südost-Sturm seit Jahren. Amtliche Wetterstationen registrierten sogar Böen der Stärke 10. Eine damit einhergehende drastische Abkühlung bescherte dem Silvestertag Dauerfrost von minus 3 Grad und am Abend rund drei Stunden leichten Schneefall bzw. -griesel. Somit endete der wärmste Dezember seit Aufzeichnungsbeginn noch völlig überraschend mit einer einen Zentimeter dünnen Schneedecke.

 

 

Der Dezember 2015 in Olbernhau:

Monatsmittel-Temperatur: 5,2°C (5,3 Grad über dem Durchschnitt)

Temperatur-Minimum: minus 5,3°C (am 31. Dezember)

Temperatur-Maximum: 13,2°C (am 26. Dezember)

Frosttage: 10 (Tagesminimum <0°C)

Eistage: 1 (Tagesmaximum <0°C)

Sonnenstunden: 69 (153 % vom Durchschnitt)

Niederschlag: 35,7 l/m² (46 % vom Durchschnitt)

Tage mit messbarem Niederschlag: 10

Tageshöchstmenge: 10,3 l/m² (am 1. Dezember)

Tage mit geschlossener Schneedecke: 1

ZurückWeiter