Wetterstation Olbernhau im Erzgebirge

 

Das Jahr 2011


Der vergangene Winter war gefühlt ein harter, obwohl er nur im Dezember 2010 so richtig
zugeschlagen hatte. Der Sommer 2011 dagegen brachte 29 Sommertage zustande und somit
überdurchschnittlich viele und war gefühlt: Ein eher mieser. Aber es purzelten auch Rekorde.
So war noch nie ein November so trocken und so sonnenscheinreich. Insgesamt fehlen in
Olbernhau statistisch 100 Liter Niederschlag. Dagegen schien die Sonne fast 500 Stunden
mehr als im Durchschnitt.
Im folgenden die Zusammenfassung des Jahres 2011.
Der Januar legte das Erbe des Vormonats- immerhin fast 60 Zentimeter Schnee- recht
schnell ab. Bei bis zu maximal 11 Grad halfen zusätzlich fast 30 Liter warmer Regen zum
kompletten Abtauen bis Monatsmitte. Der Flöhapegel vermeldete mit bis zu 1,35 Metern
Hochwasserwarnstufe 1. Eine Neuschneeauflage Richtung Monatsende von 25 Zentimetern,
in Verbindung mit knackig kalten Nächten und anschließend tagelang wolkenlosem Himmel,
sorgte für zauberhaftes Winterwetter.
Mit gefrierendem Regen, nach bis zu minus 15 Grad kalten Nächten, so begann der Februar.
Stürmischer Wind, in Verbindung mit milden Temperaturen fegten binnen zwei Tagen den
Schnee erneut restlos davon. Der Winter war in Sachen Schnee, da diesbezüglich nichts mehr
nach kam, am 6. Februar vorbei. Die kälteste Nacht des Jahres jedoch folgte erst noch, und
zwar am 23. Februar mit minus 17 Grad.
Kein Schnee, aber auch kaum Regen, diesem Motto schloß sich der März nahtlos an. Riesige
Hochdruckgebiete sorgten für Frühlingssonne in doppelter Dosis (202 Prozent vom Soll). Die
Kehrseite: Überdurchschnittlich viele klare und somit frostige Nächte.
Obwohl im Mittel 2,8 Grad zu warm, und somit Spitzenreiter in punkto positiver Abweichung
2011, und wiederum zu trocken und sonnenscheinreich, konnte der April seine
sprichwörtliche Wetterlaunen nicht ganz verbergen. Ein ständiges Auf und Ab bei den
Temperaturen und ein kräftiger Schneeregenschauer am 13. April zeugten davon.
In Rekordlaune präsentierte sich der Mai. So kräftigen Nachtfrost wie im Zuge etwas zeitiger
Eisheiliger am 4. Mai mit minus 3,1 Grad gab es seit 1980 nicht mehr. Am Tage dagegen
strahlte die Sonne und schaffte über 257 Stunden, und somit mehr als jeder Sommermonat
dieses Jahres. So blieben auch die ersten drei Sommertage als logische Folge nicht aus. 26,3
Grad betrug der Höchstwert am letzten Tag des Monats. Auch Gewitter und kräftige Schauer
dazu gab es, wie am 26. Mai mit über 13 Liter in nur einer halben Stunde.
Trotz leicht überdurchschnittlichen Monatsmittels und sieben Sommertagen blieb vom Juni
eher der Eindruck eines Fehlstartes in den Sommer. Zu wechselhaft und zu groß waren die
Temperaturschwankungen. Wenig Niederschlag verteilt auf relativ viele Niederschlagstage
trübten den Gesamtwettercharakter. Am 21. fegte zudem ein kleiner Tornado über Blumenau
und Seiffen.
Noch viel weniger Sommer bot der Juli. Abgesehen von fünf Sommertagen, die sporadisch
auftraten, gab es fast nur negative Aspekte. Mit einem Monatsmittel von nur 15,1 Grad wurde
er zum drittkältesten der vergangenen drei Jahrzehnte. Als erster Monat des Jahres 2011 mit
Sonnenscheindefizit verbuchte er zusätzlich acht Starkniederschlagstage über 10 Liter pro
Quadratmeter. Mit fast der doppelten Regenmenge als im Juli üblich, war bis dahin das
Jahresdefizit mehr als ausgeglichen.
Der Wechselhaftigkeit des Sommers blieb auch der August treu. Kräftige Gewittergüsse und
nur durchschnittliche Sonnenanteile ließen zunächst nur ein gemäßigtes Temperaturniveau zu.
Erst nach Monatsmitte gab es während einer zehntägigen Hochsommerphase sogar einen
heißen Tag mit 30,5 Grad.
Über weite Strecken versuchte der September wieder gut zu machen, was der Sommer über
weite Strecken schuldig geblieben war. Am Monatsanfang und vor allem in der dritten
Dekade schien die Sonne und trieb die Temperaturen bis auf Sommerwerte. Die 28,3 Grad am
11. bedeuteten neuen Septemberrekord. Auch die Sonne bot mehr als das Anderthalbfache.
Fast eine Woche führte der Oktober dieses traumhaft schöne Wetter zunächst noch fort.
Einigen verregneten Tagen folgte am 15. mit minus 3,7 Grad der erste Frost und am 20.
mischten sich die ersten Schneeflocken in einen Schauer. Von einem frühen Wintereinbruch
jedoch keine Spur.

Der November war geprägt von außergewöhnlicher Trockenheit. Nur 0,7 Liter pro
Quadratmeter fielen während eines kurzen Schauers am 25. November. Tagelang beeinflußte
böhmischer Wind samt Nebel die Region, der am Tage die Sonne leider verdeckte, aber
zunächst auch Nachtfrost verhinderte. In der zweiten Monatshälfte gewann dann die Sonne
meist die Oberhand, was nachts dann allerdings Frost bis zu unter minus 5 Grad bedeutete. Im
Gegensatz zum Jahresanfang markierte der Flöhapegel mit nur noch 17 Zentimetern nun
Rekordtiefstand.
Im Dezember bestimmte nasses Schmuddelwetter das Geschehen. Zudem zogen Sturmtiefs,
so wie zum Beispiel „Joachim“ am 16. über die Region. Der Olbernhauer Weihnachtsbaum
auf dem Markt mußte schon vorher den immer wieder auftretenden kräftigen Böen Tribut
zollen. Der wieder aufgerichtet Baum hatte mit „Joachim“ dann keine Probleme.
Schnee zu Weihnachten blieb eine Illusion. Kurz vor dem Fest taute eine dünne Schneedecke
komplett wieder ab.

Das Jahr 2011 in Olbernhau:

Jahresmittel-Temperatur:
8,3°C (0,7 Grad über dem 30 jähr. Mittel)
Temperatur-Minimum:
minus 17,0°C (am 23. Februar)
Temperatur-Maximum:
30,5°C (am 24. August)
Frosttage: 105 (Tagesminimum <0°C)
Eistage: 27 (Tagesmaximum <0°C)
Sommertage: 29 (Tagesmaximum >25°C)
Heiße Tage: 1 (Tagesmaximum >30°C)
Sonnenstunden: 1823 (136 % vom Durchschnitt)
Niederschlag: 768,7 l/m² (89 % vom Durchschnitt)
Tage mit meßbarem Niederschlag: 159
Tageshöchstmenge: 32,7 l/m² (am 30. Juli)
Tage mit erheblichen Niederschlagsmengen: 5 (>20 l/m² in 24Std.)
Tage mit geschl. Schneedecke: 39
Gewittertage: 23


Wetterstation Olbernhau

Dirk Christoph

 

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